Senioren im Straßenverkehr (inkl. Fahr-Fitness Check)

Viele Menschen möchten sich auch im Alter Ihre Mobilität nicht nehmen lassen und weiter selbst mit dem Auto fahren. Senioren am Steuer haben einen schlechten Ruf – völlig zu Unrecht! Im folgenden Blogartikel zeigen wir anhand praktischer Tipps wie auch ältere Menschen Ihre Mobilität aufrechterhalten können.

Die Unfallstatistik zeigt ein weitaus anderes Bild als man annehmen möchte: Ältere AutofahrerInnen (65+) verursachten im Jahr 2017 lediglich 16 Prozent aller Unfälle mit Personenschäden, und das obwohl sie 21 Prozent der Gesamtbevölkerung ausgemacht haben.

Wie wir sehen ist nicht das Lebensalter eines Fahrers/einer Fahrerin, sondern neben Gesundheitszustand auch die erworbene Fahrroutine entscheidend. Senioren am Steuer zeichnen sich oft durch einen an die Situation angepassten Fahrstil und generell vorausschauendes Fahren aus! Riskante Fahrmanöver werden weitestgehend vermieden und auch das Einhalten von genügend Abstand zum Vordermann ist bei SeniorenInnen viel ausgeprägter. Mit dem besagten selbstkritischen und vorausschauendem Fahrverhalten können altersbedingte Leistungsschwächen oft sehr gut kompensiert werden.

 

Auch interessant für die Mobilität sind aktuelle Trends wie Pedelecs und e-Bikes. Die Nutzung sollte jedoch mit vorheriger Auseinandersetzung, Übung und entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Helm) einhergehen.

Änderungen im Alter

Zentrale Voraussetzungen für eine sichere Verkehrsteilnahme sind:

  • Wahrnehmung
  • Reaktionsvermögen
  • Aufmerksamkeit

Körperlich bedingte Einbußen im Alter sind normal und treten meist nicht schlagartig sondern schleichend auf. Aus diesem Grund sind in den Problemfeldern regelmäßige ärztliche Untersuchungen sehr wichtig. Auch sollte stets eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten stattfinden.

Sehvermögen
Vermindertes Sehvermögen führt zu erhöhtem Unfallrisiko! Daher ist es als Verkehrsteilnehmer besonders wichtig auf ein gutes Sehvermögen zu achten.

Was tun?
Eine regelmäßige Überprüfung der Sehkraft ist wichtig. Sehschwächen bei unter 40-Jährigen können meistens mit Kontaktlinsen oder Brillen ausgeglichen werden. Ab dem 40sten Lebensjahr können jedoch ernstzunehmende Augenerkrankungen auftreten, die die sichere Teilnahme am Straßenverkehr gefährden können. Ab dem 50sten Lebensjahr wird alle 2 Jahre eine Kontrolle beim Augenarzt empfohlen, ab dem 60sten Lebensjahr dann einmal im Jahr.

Bei akuten Problemen sollte man direkt zum Augenarzt gehen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier „So behalten Sie den Durchblick im Straßenverkehr“.

 

Hörvermögen

Die Hörfähigkeit nimmt grundsätzlich ab dem 30sten Lebensjahr ab, eine altersbedingte Schwerhörigkeit entsteht in der Regel aber erst ab dem 70sten Lebensjahr.

Fußgänger und Radfahrer sind besonders durch Schwerhörigkeit gefährdet, z.B. wenn das Martinshorn nicht mehr gehört wird.

Was tun?
Beim Verdacht auf Schwerhörigkeit sollte ein HNO Arzt aufgesucht werden. Beim Autofahren sollte man bei Hörverlust oder Schwerhörigkeit auf die Freisprechanlage und das Musikhören verzichten und verstärkt die Spiegel nutzen.

 

 

Beweglichkeit

Auch die Beweglichkeit nimmt mit dem Alter ab und bringt gewisse Einschränkungen mit sich, die im Straßenverkehr zu Gefährdungen führen könnten. Aufgrund von Schmerzen im Nackenbereich werden der Blick in den Rück- oder Außenspiegel oft einfach unterlassen.

Eingeschränkte Beweglichkeit von Händen oder Armen kann sich z.B. beim Ausweichen von Hindernissen negativ auswirken und sämtliche Verkehrsteilnehmer gefährden. Auch Bewegungseinschränkungen bei Füßen, Beinen oder Hüftgelenken können sich gefährlich auswirken, beispielsweise wenn stark gebremst werden muss.

Was tun?
Wichtig ist eine optimale Sitzeinstellung. Zu nahes oder zu weit entferntes Sitzen von Lenkrad und Pedalen sollte vermieden werden. Auch ein gezieltes Training mit Mobilisationsübungen trägt erheblich zum Erhalt der körperlichen Beweglichkeit bei.

 

Weiterführende Infos zur richtigen Sitzposition

 

Gehirn

Regelmäßige Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für das Gehirn. Hierfür ist kein intensives Training nötig, zwei- bis dreimal in der Woche leichte bis mittlere Betätigung beispielsweise in Form von Spazierengehen oder Nordic Walking reichen völlig aus. Empfehlenswert sind ergänzend Koordinations- und Balanceübungen.

 

 

Gedächtnis

Auch die mentale Leistungsfähigkeit, vor allem die Konzentrationsfähigkeit, nimmt im Alter ab. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten verursacht dies Probleme, daher sollten ältere AutofahrerInnen auf Ablenkungen verzichten und sich voll und ganz dem Fahren widmen.

Was tun?
Das Gedächtnis kann durch regelmäßiges Setzen neuer Reize aktiv gehalten werden:

  • Bücher lesen
  • Kreuzworträtsel lösen
  • Lösen von Gedächtnisaufgaben

 

Hier geht’s zu unserem freiwilligen „Fahr-Fitness-Check“.

Technische Innovationen

Fahrerassistenzsysteme können vor allem älteren Fahrern und Fahrerinnen eine große Hilfe sein:

  • Einparkhilfen
  • Fahrassistenten
  • Fahrtrainings (Generation Plus Training)

Hier geht’s zum „Generation-Plus-Training“

weiterführende Links und Informationen:

https://www.adac.de/verkehr/verkehrsvorschriften-verkehrssicherheit/senioren-strassenverkehr/

 

 

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